Historische Bodenerosionsevents in Mitteleuropa

Bodenerosionsereignisse der vergangenen 2000 Jahre in Norddeutschland – Rekonstruktion aus Seesedimenten und Kolluvien

Witterungsextreme, die in Mitteleuropa während der vergangenen 2000 Jahre durch Schriftquellen belegt sind, haben zu starken Veränderungen der Landschaft geführt. In zahlreichen eigenen Vorarbeiten wurde belegt, dass in verschiedenen mitteleuropäischen Landschaften während extremer Niederschlagsereignisse im 14. Jh. und an der Wende vom 18./19. Jh. intensive Bodenerosion stattgefunden hat. Durch kombinierte Untersuchung von Kerbenfüllungen, Kolluvien, Böden und Seesedimenten in Seeeinzugsgebieten Norddeutschlands werden den schriftlichen Aufzeichnungen Indikatoren gegenübergestellt, die durch zeitlich und räumlich hoch auflösende Untersuchung der Geo-Archive gewonnen wurden. Die Eichung an bekannten Ereignissen wird benutzt, um das Konzept für die Anwendung auf die vorhistorische Zeit, und damit die Verlängerung und Erweiterung der Chronologie in vorhistorische Zeit vorzubereiten.

Laufzeit: 01.07.2005 bis 30.06.2007
Projektkoordination: Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork
Wissenschaftl. Bearbeiter: Dr. Stefan Deibrodt
Kooperationspartner:Prof. Dr. Oliver Nelle, Universität Kiel (Pollenanalyse, Holzkohlenanalyse); Dr. Walter Dörfler, Dr., Universität Kiel (Bohrungen); Prof. Dr. Hans-Georg Stephan, Universität Halle-Wittenberg (Mittelalterarchäologie); Prof. Dr. Pieter M. Grootes, Universität Kiel (Radiokohlenstoffdatierungen); Dr. Achim Brauer, GeoForschungsZentrum Potsdam (Mikrofaziesanalyse Seesedimente); Prof. Dr. Ulrich Müller, Universität Kiel (Archäologie des Frühmittelalters); Dr. Ralf Bleile, Universität Kiel (Paläohydrologie, Unterwasserarchäologie); Dr. Wolfgang Bauch, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (Archäologie); Prof. em. Dr. Joachim Reichstein, ehem. Landesarchäologe Schleswig-Holstein
Auftraggeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)