Besondere Herausforderungen des Insel-Ökosystems

Vegetation
Vegetation A. Kühlem
Endemische Bikkia palauensis
Endemische Bikkia palauensis A. Kühlem

Die Palau-Inseln, wie auch viele andere Inseln Ozeaniens, liegen sehr isoliert und weit entfernt von größeren Landmassen. Hieraus erklärt sich die niedrige Biodiversität und gleichzeitig ein vergleichbar hohes Maß an Endemismus. Dies gilt vor allem für die Vegetation der geologisch jungen vulkanischen Inseln. Nur wenige Samen werden von Meeresströmungen über solch weite Strecken transportiert und sind nach Wochen oder Monaten im Salzwasser noch fruchtbar. Für Samenverbreitung durch Winde sind die Entfernungen zwischen den Inselgruppen zu groß. Auch Seevögel können nur sehr begrenzt im Gefieder Samen auf die Inseln transportieren.

Während die Riffe um viele der Inseln eine Fülle von Fischen und Meeressäugern aufweisen und es eine ganze Reihe endemischer Landvögel gibt, ist die Artenvielfalt von Landtieren auf den weit versprengten Inseln äußerst gering. Die einzigen Säugetiere vor Ankunft der Menschen waren Fledermausarten, die die Entfernung zwischen den Inseln fliegend überbrücken konnten. Der Faktor Mensch allerdings veränderte die Biodiversität der Inseln tiefgreifend.

Endemische Fruchttaube
Endemische Fruchttaube A. Kühlem

Wie auf allen Inseln Ozeaniens bedeutete auch in Palau die Landnahme durch die ersten austronesischen Siedler einen weitreichenden Eingriff in das Ökosystem. Sicherlich passten sich die Neuankömmlinge zu Anfang den herrschenden Umweltbedingungen an, doch nach und nach begannen sie ihre Umwelt zu verändern und für ihre Bedürfnisse zu optimieren.

Während es sich bei dem Großteil der ca. 445 palauischen Inseln um kleine Karstinselchen (lokal Rock Islands) handelt, ist die größte Insel Babeldaob vulkanischen Ursprungs. Die Topografie hier ist geprägt von dicht bewaldeten Hügeln mit steil eingeschnittenen Tälern und einem Mangrovengürtel in den litoralen Bereichen. Babeldaob ist fast vollständig von einem Korallenriff umgeben. Entlang der Ostküste liegt das Riff nur einige hundert Meter von der Küste, im Westen sind es einige Kilometer. Auf der Ostseite ist die Rifffläche so flach, dass sie bei Ebbe fast vollständig trocken liegt.

 

Rock Islands

Rock Islands
A. Kühlem

blind_2020_15
Tief eingeschnittenes Tal in Ngeremlengui
Tief eingeschnittenes Tal in Ngeremlengui D. Schäffler
blind_2020_15
Die Ostseite Babeldaobs bei Ebbe
Die Ostseite Babeldaobs bei Ebbe D. Schäffler

 

Einleitung
Besondere Herausforderungen des Insel-Ökosystems
Der Faktor Mensch
Die monumentalen Erdwerke Babeldaobs
Der erste Kontakt mit Europäern
Kurze Geschichte und Forschungsstand
Offene Fragen
Geoarchäologische und archäologische Untersuchungen
Einbindung der lokalen Bevölkerung
Projektdaten