Abteilung Geoarchäologie und Umweltrisiken

Die Abteilung Geoarchäologie und Umweltrisiken befasst sich mit der integrativen und interdisziplinären Erforschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der anthropogen beeinflussten Boden- und Landschaftsentwicklung, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart.

Savanne SerengetiWichtige Aspekte sind hierbei die Veränderungen von Bodeneigenschaften durch Klimawandel und Landnutzung, sowie die Analyse der zugrundeliegenden Prozesse. Boden ist eine wichtige natürliche Ressource, aber Bodendegradation und Desertifikation bedrohen heute viele landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Inwiefern kann dies für prähistorische Gesellschaften nachgewiesen werden? Welchen Einfluss hatten und haben Umweltbedingungen, insbesondere die verbreiteten Böden, und deren Veränderungen auf die Entwicklung, Erhaltung oder sogar Aufgabe von Siedlungsstrukturen oder Lebensräumen? Wie beeinflussen Menschen wiederum die Eigenschaften von Böden? Welche Spuren hinterlassen unterschiedliche Nutzungen in Böden?

Die aktuellen Untersuchungsgebiete liegen in den europäischen und asiatischen Löss- und Steppenlandschaften, mit Schwerpunkten in Mitteleuropa, Russland und dem Nahen Osten, in den Alpen, sowie in der afrikanischen Savanne. Methodische Schwerpunkte sind sowohl die Arbeiten im Gelände, als auch bodenchemisch-sedimentologische Analysemethoden, sowie spezifische Methoden der Geoarchäologie.


Projekte


Aktuelle Forschungsprojekte

  • Entstehung und Bewirtschaftung von Wölbäckern in Sachsen-Anhalt (DFG WI 4747/2-1, Doktorandin: Theresa Langewitz)
  • Formiguerenböden - das mediterrane Analog zur Terra Preta de Indio in den humiden Tropen (DFG WI 4747/5-1, Doktorand: Steven Polifka).
  • Exploring geological and pedological factors as potential drivers of the Great Wildebeest Migration in the Serengeti ecosystem, N-Tanzania (East Africa). Kooperation mit Dr. Simon Kübler (Projektleitung, Dept. für Geo- und Umweltwissenschaften, LMU München) Projektbeschreibung nur in Englisch verfügbar !
  • Setting the scene – formation of landscapes and exploitation of natural resources for emerging settlements in ancient Near East. Kooperation mit dem „Peshdar-Plain-Projekt“ (Leitung: Prof. Dr. Karen Radner, Lehrstuhl für die Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens, LMU München und Prof. Dr. Florian Janoscha Kreppner, Institut für Altorientalistik und Vorderasiatische Archäologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Peshdar Plain Project: Exploring a Neo-Assyrian Border March to Iran
  • Geoarchäologische Untersuchungen im Karwendel (Österreich). Kooperation mit Dr. Caroline von Nicolai (Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt), Archäologie im Karwendel


Projekte in der Lehre

  • E-Learning Projekt GeoWIKI@LMU, mit Dr. Donjá Aßbichler, Dept. für Geo- und Umweltwissenschaften, LMU München


Frühere Projekte

  • Chronosequenz der Bodendegradation durch Winderosion in der semi-ariden Kulundasteppe Westsibiriens. DFG EC 401/3-2 (2015-2016).
  • Quantifizierung von Winderosion und Bodendegradation in der semiariden Kulundasteppe (Westsibirien). DFG EC 401/3-1 (2014-2015).
  • Spectrophotometric analysis of prehistoric pit fillings as an indicator for ancient topsoil parameters. DFG EC 401/1-1, eigene Stelle und Sachbeihilfe (2010-2013).
  • An attempt to understand the absence of Natufian charcoal. Stipendium der Schweizer Gesellschaft der Freunde des Weizmann Institute of Science (2009-2010).
  • A geoarchaeological approach to investigate human-environment interactions in the Valle Leventina. Forschungskredit Universität Zürich (2007-2008).
  • Beteiligung an dem „Forchtenberg-Projekt“ zur Untersuchung der Auswirkungen von Bränden in mitteleuropäischen Laubwäldern auf Bodeneigenschaften.


Personen in der Abteilung