Wiederansiedlung von Schilf am Großen Plöner See

Am Großen Plöner See wurden im Jahr 2008 insgesamt 3 Uferabschnitte neu bepflanzt, deren Lage in Abbildung 1 dargestellt ist. Hierbei wurden Flächen ausgewählt die gute Vorraussetzungen für die Wiederansiedlung von Schilf boten. Es waren hier breite vegetationslose Flachwasserbereiche vorhanden, in denen die Schilfpflanzen meist direkt in den offenen Sand eingebracht werden konnten. Darüber hinaus waren die Uferabschnitte nur wenig beschattet.

Die Pflanzen wurden aus Saatgut gezogen, dass im Winter 2005/2006 an verschiedenen Seen der Umgebung gesammelt wurde. Im Jahr 2006 begann die Anzucht, so dass sich die Jungpflanzen 2008 in ihrem 3. Lebensjahr befanden. Die Samen stammten von Schilfpflanzen vom Kellersee, Kleinen Plöner See, Großen Eutiner See, aus dem Aukrug, sowie von zwei Standorten vom Großen Plöner See (Ascheberg und Störland). Alle neu bepflanzten Standorte wurden durch Zäunung vor Fraß geschützt und es sind verschiedene Wellenbrecher eingesetzt worden.
 

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Abb. 1: Lage der Schilfanpflanzungsflächen  

Abb. 2: Spundwand vor Beginn der Renaturierungsarbeiten

 

Koppelsberg

Die nördlichste Anpflanzungsfläche lag in der Nähe des Koppelsberges. Der fast 200 m lange Uferabschnitt wurde mit finanzieller Unterstützung der SHESU renaturiert. Zunächst sind in einem Abschnitt umfangreiche Baggerarbeiten zur Vorbereitung der Pflanzflächen durchgeführt worden, um günstige Vorraussetzungen für Neuanpflanzungen zu schaffen. An dem Gelände des Sportplatzes befand sich eine Spundwand die gezogen wurden um anschließend das Ufer durch Kies- und Sandschüttungen abzuflachen.

Jeweils 25 m lange Uferabschnitte wurden durch unterschiedlich konstruierte Wellenbrecher geschützt und dahinter jeweils 5 m breite Streifen mit Schilfpflanzen unterschiedlicher Herkunft bepflanzt. Mitte April 2008 begannen die Naturpark-Ranger mit großem Engagement das Einsetzten der etwa 10.000 Pflanzen.

Die Renaturierungsfläche am Koppelsberg war besonders wellenexponiert und es konnten im Sommer 2008 einige ausgespülte Pflanzballen gefunden werden. Insgesamt sind die meisten eingesetzten Pflanzen aber gut angewachsen und haben auch den Winter 2009 gut überstanden. Auch die Eisbedeckung hat keine größeren Ausfälle nach sich gezogen.
 

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Abb. 3: Beginn der Bepflanzung eines Abschnittes, der durch ein Brett vor Wellen geschützt wird.  

Abb. 4: Pflanzen im Herbst 2008 hinter einer Palisade.

 

Godau

Nördlich des Campingplatzes Godau liegt die zweite Neuanpflanzungsfläche, bei der nur eine Wellenbrechervariante eingesetzt wurde. Eine kleine Bucht ist auf einem etwa 100 m langen Abschnitt durch eine Palisade geschützt und der Flachwasserbereich abgezäunt worden. Um die Beschattung während der Aufwuchsphase herab zu setzten, wurden einzelne Erlen und Weiden zurück geschnitten. Die Bepflanzung mit den etwa 4000 Schilfpflanzen begann Ende Mai 2008.

Trotz der Einzäunung sind die frisch eingepflanzten Schilfpflanzen im Juni von jungen Graugänsen abgefressen worden, die sich an einigen Stellen den Zaun unterqueren konnten. Fast alle Pflanzen wurden hierbei geschädigt, aber bis zum Herbst war das Schilf wieder nachgewachsen und hatte ähnliche Höhen wir in den Anpflanzungen am Koppelsberg erreicht.
 

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Abb. 5: Mit Palisade geschützte Renaturierungsfläche bei Godau im Juni 2008.

 

Marineunteroffiziersschule

Der dritte Standort ist ein etwa 60 m langer Uferabschnitt auf dem Gelände der Marineunteroffiziersschule, der mit einer Palisade geschützt wurde. Der eingezäunte Bereich umfasste einen kleinen noch vorhandenen Schilfbestand und wurde mit Jungpflanzen von 5 verschiedenen Herkunftsorten bepflanzt.

Auch wenn die Bepflanzung hier erst im August 2008 durchgeführt werden konnte, haben auch an diesem Standort fast alle Pflanzen den Winter gut überstanden.
 

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Abb. 6: Renaturierungsfläche auf dem Gelände der Marineunteroffiziersschule.