Vegetations- und Siedlungsgeschichte im Raum Bargstedt (Rendsburg-Eckernförde) mittels Pollenanalyse

Diplomarbeit von Yasmin Ehlers

Im Bargstedter Moor im Landkreis Rendsburg-Eckernförde wurden pollenanalytische Daten gewonnen. Dem relativ gut erhaltenen Hochmoorkomplex wurden mehrere Bohrkerne entnommen. Analysiert wurde ein 6,80 m langes Profil aus der Moormitte (BAM 4) und ein 4,50 m langes Profil aus dem Randbereich des Moores (BAM 3). Zudem wurde im Randbereich eine weitere 55 cm tiefe Probe im Stechkasten-Prinzip gewonnen, um die jüngste Zeit hoch auflösend im Pollendiagramm darzustellen. Das Zentrum des Hochmoores wird heute als Weidefläche genutzt und weist eine deutliche, durch starke Nutzung und Entwässerung herbeigeführte, Torfsackung auf. Die Dateninterpretation der oberen cm im Pollendiagramm ist daher durch Profile aus dem Randbereich ergänzt worden. Die Lokalität BAM 3 wurde aufgrund ihrer über den Rest des Moores aufragenden Oberfläche und der für das Hochmoor charakteristischen Vegetation augenscheinlich wesentlich weniger genutzt und entwässert und ergänzt daher das Profil BAM 4 für die jüngere Zeit.

Die Auswertungen zeichnen den für Nordwestdeutschland typischen Landschaftswandel, sowie die ebenfalls für Nordwestdeutschland typische nacheiszeitliche Vegetationsentwicklung nach. Mit Hilfe der Pollenanalyse können, meist über einen langen Zeitraum, Veränderungen der Vegetationszusammensetzung lokal wie auch regional erfasst werden. Die Entwicklung des Moores setzte spätestens vor 9000 Jahren im Altboreal ein. Das Hochmoorwachstum begann wie in den Vergleichsdiagrammen aus dem Großen Moor bei Dätgen (ALETSEE 1959) und dem Dosenmoor bei Einfeld (ALETSEE 1959, SCHUSCHAN 1989) Ende des Atlantikums. Auch ansonsten sind die Pollendiagramme durchaus vergleichbar. Auffällig ist die sehr geringe Bevölkerungsdichte im Bargstedter Raum. Erst im Hochmittelalter ist ein deutlicher Anstieg der Licht- und Siedlungszeiger wahrzunehmen. Trotz nachgewiesener rege stattfindender Köhlerei im Gebiet, nimmt die Bewaldungsdichte nicht wesentlich ab. Aufgrund des Pollendiagramms könnte es sich bei dem an das Bargstedter Moor angrenzenden Barloher Forst sogar um einen bis zur Weichsel-Eiszeit zurückzuverfolgenden Dauerwald handeln.

Die mittels Holzkohleanalyse erhaltenen Daten (EHLERS 2006) über die Waldzusammensetzung und die Waldnutzung mit einem räumlich-standörtlichen Bezug werden durch das durch die Pollenanalyse gewonnene Bild der regionalen Vegetationsentwicklung ergänzt. Die Holzartenzusammensetzung aus anthrakologischen Untersuchungen korreliert sehr gut mit der Artenverteilung in den Pollendiagrammen in Bargstedt.