Schwerpunkt 1

Hydrochorie, Diasporenverfügbarkeit und Artendiversität in Flusstal-Landschaften

Ziel

Ziel des Projektes war es, die unterschiedlichen Teilprozesse der hydrochoren Ausbreitung zu untersuchen. Dies beinhaltete die Analyse des Transportes generativer Diasporen im Fließgewässer, die Ablagerung von Diasporen in Spülsäumen und mit Sedimenten nach Überflutungen sowie die Untersuchung ihrer Keimung und Etablierung.

Untersuchungsgebiet

Hauptuntersuchungsgebiet war das Obere Eidertal in Nordwestdeutschland (in der Nähe von Kiel), einige weitere Untersuchungen fanden an der Mittleren Elbe und im Soomaa-Nationalpark in Estland statt.
 

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Fruchtstand der Sumpfdotterblume (Caltha palustris L.) – einer typischen hydrochoren Feuchtwiesenart.

Aquatische Diasporenfallen in der Oberen Eider.

Vielfalt der im Fluss transportierten Diasporen.

Methoden

Angewandte Methoden waren die Beprobung von Fließgewässern mit Hilfe aquatischer Diasporenfallen zur Untersuchung des Transports generativer Diasporen im Fluss, die Durchführung von Keimungsexperimenten zur Abschätzung von in Spülsaummaterial enthaltenen keimfähigen Diasporen, die Ausbringung von Kunstrasenmatten, um den Diasporengehalt von Flusssedimenten zu analysieren sowie die Anlage von Feldexperimenten, um Effekte von Spülsaummaterial und Störung auf Keimung und Etablierung miteinander vergleichen zu können.

Ergebnisse

Hauptergebnisse des Projektes waren, dass die meisten Arten, deren generative Diasporen im Fluss gefunden wurden, von flussnahen Grünlandhabitaten stammten. Die Anzahl der transportierten Diasporen variierte bei wöchentlicher Beprobung innerhalb des Untersuchungszeitraumes von zwei Jahren stark in Abhängigkeit von Umweltparametern wie dem Abfluss (m³/s) des Gewässers. Auch Überflutungsereignisse hatten einen positiven Effekt auf die Anzahl transportierter Diasporen im Fließgewässer. Außerdem hatten einige artspezifische Charakteristika (plant species traits) wie Schwimmfähigkeit der Diasporen, Ausbreitungstyp und Fruchtproduktion einen Einfluss auf die Artenzusammensetzung der transportierten Diasporen. Die Bedeutung von Spülsäumen für die Artendiversität in Flusstallandschaften ist weiterhin unklar, da neben positiven Effekten des Diasporeneintrags auch negative Effekte der Spülsaumstreu auf die Keimung festgestellt wurden. Die Feldexperimente mit der Zugabe von Spülsaummaterial und experimenteller Störung zeigten, dass der Effekt der Störung im Gegensatz zur Spülsaumzugabe in unserem Untersuchungsgebiet überwog.