Strategien zur Minimierung von Nährstoffausträgen aus dränierten landwirtschaftlichen Flächen

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Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Bundesrepublik Deutschland ist gedränt. Dies betrifft insbesondere grundwassernahe Moorböden des norddeutschen Tieflandes, aber auch zahlreiche flussnahe oder staunasse Mineralböden. Auch bei Einhaltung der guten landwirtschaftlichen Praxis kann die Nutzung dieser Flächen aufgrund der verkürzten Fließwege hin zum Gewässer die Oberflächengewässer in besonderem Maße mit Nährstoffausträgen belasten. Für Schleswig-Holstein wird geschätzt, dass zwischen 40 und 60 % der Stickstoffeinträge und 5 bis 23 % der Phosphoreinträge über Dränagen in die Oberflächengewässer emittiert werden (UBA 2008). Die Entwicklung und Erprobung von Managementstrategien zur Minderung des Nährstoffaustrags dränierter und landwirtschaftlich genutzter Flächen ist daher ein effizienter Ansatzpunkt, um die aus der landwirtschaftlichen Flächennutzung herrührenden Umweltbelastungen zu verringern.

FotoVor diesem Hintergrund hat die Deutschen Bundesstiftung Umwelt ein Projekt finanziert, in dem effektive Maßnahmen zur Reduktion von Nährstoffausträgen aus dränierten landwirtschaftlichen Flächen mit Akteuren der Praxis aus Schleswig-Holstein zusammengestellt wurden. Das Ergebnis des Projektes ist ein regionalisierter Maßnahmenkatalog, der die Wirksamkeit von Maßnahmen in den verschiedenen Naturräumen Schleswig-Holsteins bewertet, die Höhe der Nährstoffreduktion einschätzt und Angaben zu den Kosten macht. Es wurden 26 landwirtschaftliche und 10 sonstige Maßnahmen ausgewählt und in einem Praxisleitfaden zusammengestellt, der als pdf im Anhang 1 dieser Seite zum runter laden bereit steht. Die landwirtschaftlichen Maßnahmen können vom Flächeneigentümer selber umgesetzt werden, bei den sonstigen Maßnahmen findet der Stoffrückhalt im belasteten Wasserkörper außerhalb der landwirtschaftlichen Fläche statt.

FotoZur Bestimmung der Wirksamkeit der Maßnahmen sind zunächst Literaturangaben ausgewertet worden. Das Ergebnis der Literaturrecherche steht im Anhang 2 als pdf zur Verfügung. Für die Bestimmung der Höhe der Nährstoffausträge aus den dränierten Flächen bei unterschiedlicher Bewirtschaftung wurde das prozessbasierte Wasser- und Nährstoffhaushaltsmodell WASMOD der Firma DigSyLand eingesetzt. Die Modellierungsergebnisse wurden mit den Literaturdaten abgeglichen. Neben der Höhe der Nährstoffreduzierung wurden auch die Kosten für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen vom Verein DUENE e.V. ermittelt. Die detaillierte Beschreibung des Vorgehens ist im Anhang 3 zu finden.
Um das Risiko für Nährstoffausträge von landwirtschaftlichen Flächen zu bestimmen und geeignete Maßnahmen zu deren Reduzierung auszuwählen, enthält der Praxisleitfaden einen Bestimmungsschlüssel. Dieser Bestimmungsschlüssel steht in einer interaktiven Form den Anwendern auf dem Online-Beratungsportal der Landwirtschaftskammern (ISIP) unter www.naehrstoffaustrag.isip.info zur Verfügung. Hier steht die vollständige Broschüre ebenfalls als pdf-Datei zur Verfügung.

DBU-LogoProjektlaufzeit: 1.8.2009 – 31.1.2012
Projektleitung: Dr. Michael Trepel
Wissenschaftliche Bearbeitung: Dr. Bettina Holsten
Kooperationspartner: DigSyLand, DUENE e. V., ISIP
Projektförderung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt




Der Praxisleitfaden ist im Auftrag von Baltic Compass ins Englische übersetzt und für die Verhältnisse im Ostseeraum angepasst worden. Das pdf der Übersetzung kann hier als Download Anhang 5 oder von den Seiten von Baltic Compass runter geladen werden.

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