Die neolithische Landnahme in Carrowkeel

Hochauflösende räumliche und zeitliche Rekonstruktion der Siedlungs- und Vegetationsentwicklung einer Modelllandschaft im Westen Irlands

Das Projekt zielt auf eine hochauflösende räumliche und zeitliche Rekonstruktion der Vegetationsentwicklung im Umfeld der neolithischen Ganggräber von Carrowkeel in Westirland im Zeitraum der neolithischen Landnahme. Durch multidisziplinäre Untersuchungen sollen die jungsteinzeitlichen Siedlungsprozesse rekonstruiert werden und es soll geklärt werden, inwieweit die möglicherweise sehr frühe Ansiedlung einer sesshaften Bevölkerung zu einer Veränderung des ökologischen Gefüges in diesem Gebiet geführt hat. Pollen- und geochronologische Analysen sollen zeigen, zu welchem Zeitpunkt es zur neolithischen Landnahme sowie zur verbreiteten landwirtschaftlichen Nutzung gekommen ist, welche pflanzlichen Ressourcen den Siedlern zur Verfügung standen und wie sie genutzt wurden. Es soll überprüft werden, wie stark die damalige Lebensweise an natürliche Schwankungen des Klimas gekoppelt war und ob die Aufgabe der Siedlungsaktivitäten im späten Neolithikum auf klimatische Ereignisse zurückzuführen ist. Die Untersuchungen in dieser Modellregion werden einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der megalithischen Kultur in ihrem ökonomischen und ökologischen Kontext leisten.

Das Projekt wird von der DFG im Rahmen einer Sachbeihilfe an Oliver Nelle (Abteilung Paläoökologie) und Walter Dörfler (Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU) finanziert (NE 970/2-1, 2-2) und in enger Kooperation mit der Palaeoenvironmental Research Unit, National University of Galway, Ireland, durchgeführt.