IBZ

F & E Projekt: Erprobung einer Integrierten Pufferzone IBZ als geeignetes Instrument des Gewässerschutzes

Trotz großer Anstrengungen im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist der Austrag von Nährstoffen aus Agrarflächen immer noch ein Hauptgrund für die Eutrophierung der Binnen- und Küstengewässer Schleswig-Holsteins. Dränagen führen zum schnellen und direkten Austrag von Nährstoffen aus der Sickerwasserzone. Ein Ansatz zur Reduzierung der Austräge sind Technologien und Innovationen, die eine Reinigung des Dränagewassers ermöglichen, bevor es in den Vorfluter gelangt. Dazu gehört der Einsatz kleiner Klärteiche oder der „Integrierten Pufferzonen“ (engl. ’Integrated Buffer Zones’, kurz IBZ).Schematische Darstellung einer integrierten Pufferzone

Das Konzept der Integrierten Pufferzone wurde von schwedischen und dänischen Wissenschaftlern entwickelt (Rural Economy and Agricultural Society of Halland, Universität Halmstad, Schweden, Universität Aarhus).

Bei einer Integrierten Pufferzone handelt es sich um eine gewässerparallele Anlage, bestehend aus einem Graben, einer einfachen Einheit zur Steuerung des Wasserstandes und einer Infiltrationsfläche mit jungen Bäumen, z. B. Erlen (Alnus glutinosa). Im Graben wird Drainagewasser gesammelt. Nach Erreichen einer Zielhöhe wird die Infiltrationsfläche überflutet und das Wasser gelangt über Versickerung in den eigentlichen Vorfluter. Ziel der Anlage ist der Rückhalt und Abbau der im Drainagewasser vorhandenen Nährstoffe im Graben und in größerem Maße über die Infiltrationsfläche durch Pflanzenaufnahme sowie Filter- und Abbauprozesse.

Bildleiste IBZ BöbsWährend Pilot-Anlagen in Dänemark, Schweden, UK und Finnland bereits etabliert wurden, wird im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) die Eignung des Anlagentyps IBZ in dieser Studie nun erstmals für die Anwendung in Schleswig-Holstein getestet. Dazu wurde gemeinsam mit dem Wasser- und Bodenverband Ostholstein und in Kooperation mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Meeresschutz und Nationalpark Schleswig-Holstein (LKN) im Herbst 2018 eine Integrierte Pufferzone in Böbs im Kreis Ostholstein gebaut. Ein umfangreiches Messprogramm wurde gestartet, um Wasser- und Stoffbilanzen zu ermitteln. Ziel ist die Erfassung der Reinigungseffizienz unter der Berücksichtiging verschiedener Einflussfaktoren, z. B. Saisonalität und Witterung, Zulaufkonzentrationen und Eintrag, Bodeneigenschaften und Entwicklungsstand der Anlage. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen zur Planung, Bemessung und zum Betrieb einer IBZ-Anlage abgeleitet.

Laufzeit: 01.11.2018-31.12.2020
Bearbeitung: Dr. Kirsten Rücker, Thomas Zakel
Kooperationen: MELUND, WBV-OH, LKN