Abteilung Angewandte Ökologie und Paläoökologie

Die Abteilung „Angewandte Ökologie“ fokussiert im Institut für Ökosystemforschung auf unterschiedliche Forschungsschwerpunkte, die sich mit der Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Die fachliche Ausrichtung der MitarbeiterInnen spiegelt sich in zahlreichen Projekten und Lehrveranstaltungen wider. Im Vordergrund der aktuellen Aktivitäten der Abteilung stehen Forschungsprojekte, die eng mit umweltpolitisch aktuellen Themen des Arten- Gewässer- und Klima- (Moor-) schutzes in Verbindung stehen. Diese Projekte lassen sich inhaltlich vier übergeordneten Themenbereichen zuordnen.

Projekte

Projektbereich Biodiversitätsforschung
Im Themenbereich „Biodiversitätsforschung“ hat die Abteilung maßgeblichen Anteil am Projekt FraDiv, welches die Auswirkungen des Eschentriebsterbens auf die Biodiversität der davon betroffenen Waldökosysteme über einen Zeitraum von 6 Jahren untersucht. Bei dem vom Bund (Bundesamt für Naturschutz, Bundesministerium für Umwelt) und dem Land Schleswig-Holstein (MELUND) geförderten Projekt handelt es sich um eines der größten an der Universität Kiel jemals unter ökosystemaren Gesichtspunkten durchgeführten Forschungsvorhaben. Es berührt gleichermaßen die Analyse wichtiger Ökosystemfunktionen sowie naturschutzfachlicher und waldbaulicher Aspekte.
FraDiv

Projektbereich Nährstoffrückhalt im Landschaftshaushalt
Der Themenbereich „Nährstoffrückhalt im Landschaftshaushalt“ wird in der Abteilung aktuell durch zwei, vom Land Schleswig-Holstein geförderte Forschungsprojekte vertreten, die im engem Zusammenhang mit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie stehen.
Beim F & E-Projekt „Eignung von Weidenverdunstungsbeeten zur Reinigung von Abwasser aus Biogasanlagen" geht es um die von einer Weidenverdunstungsanlage ausgehenden Potenziale zur Klärung beziehungsweise des Rückhaltes von stark belastetem Oberflächenwasser aus Lagerflächen von Biogasanlagen.
Weidenbeet
Das F & E Projekt „Erprobung einer Integrierten Pufferzone IBZ als geeignetes Instrument des Gewässerschutzes" (IBZ, engl. Integrated Buffer Zone) erweitert bisherige Ansätze zum Pufferzonenmanagement im Landschaftshaushalt. In einer für Schleswig-Holstein neuartigen Anlage  wird untersucht, in welchem Umfang aus Dränagen abgeleitete Nährstoffe zurückgehalten und damit ihr Eintrag in Fließgewässer verhindert werden kann.
IBZ

Projektbereich Moor- (Klima-) schutz
Der Themenbereich „Moor- (Klima-) schutz wird gegenwärtig durch zwei Forschungsprojekte abgedeckt.
Das vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) geförderte Vorhaben BEWAMO beschäftigt sich mit der Speicherfunktion von Mooren im Kohlenstoffkreislauf. Unser Teilprojekt hat dabei die Aufgabe, die in allen Moorflächen des Landes gespeicherten Kohlenstoff-Mengen zu bilanzieren, auf dieser Grundlage gegenüber Entwässerung besonders sensible Gebiete zu diagnostizieren und Vorschläge für eine nachhaltigere Nutzung von Mooren zu entwickeln.
BEWAMO
Seit 2016 beschäftigt sich die Abteilung Angewandte Ökologie im Rahmen verschiedener kleinerer Projekte auch mit der Entwicklung, der Ökologie und dem Management der Moore des Kleinwalsertals (Vorarlberg, Österreich) unter biodiversitäts- und ökohydrologischen Gesichtspunkten. Bei diesem Vorhaben kooperiert die Abteilung eng mit den Abteilungen „Umweltgeschichte und Umweltarchive“ und „Ökosystemforschung und Geoarchäologie“.

Projektbereich Prähistorische und historische Ökosystemanalyse
Der Themenbereich „Prähistorische und historische Ökosystemanalyse“ beschäftigt sich mit der Entwicklung von Ökosystemen seit der letzten Eiszeit bis zur Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Vegetation. Uns interessiert, wie sich die Vegetationszusammensetzung unter dem Einfluss von Klima, Ausbreitungsprozessen, Bodenentwicklung und der anthropogenen Landnutzung in diesem Zeitraum verändert hat. Heutige Ökosystemveränderungen aufgrund von Nutzung und Klimawandel lassen sich besser verstehen und in ihrer Dimension bewerten, wenn deren historische Genese bekannt ist und Referenzökosysteme identifiziert werden können. Die methodischen Ansätze beziehen sich auf die Pollen- und Großrestanalyse sowie die Auswertung von historischen, bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreichenden Vegetationsaufnahmen und -karten. Aktuell im Vordergrund steht dabei die digitale Sicherung des historischen Materials, die in Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek der Universität Kiel realisiert wird.

Lehre

In der Lehre vertritt die Abteilung „Angewandte Ökologie“ die aufgeführten Themenbereiche in Lehrveranstaltungen der internationalen Studiengänge Environmental Management und Applied Ecology sowie im Masterstudiengang der Biologie. Sie trägt dabei maßgeblich zur Qualifikation von Studierenden bei, die sich zukünftig im Natur- und Umweltschutz beruflich regional, national und international engagieren wollen. Außerdem beteiligt sich die Abteilung an internationalen Kooperation im Rahmen des ERASMUS-Programms (Universität Antwerpen, Universität La Laguna, Teneriffa).

Außerdem kooperiert die Abteilung mit zahlreichen Institutionen im In- und Ausland. In Schleswig-Holstein sind dies unter anderem das MELUND, das LLUR und die Stiftung Naturschutz.